Angefangen hat es mit einem Satz, der völlig harmlos klingt: „Nicht zu wenig, das wär‘ zu schade, lieber zu viel – und dann noch ein bisschen mehr.“ Man kann ihn über ein gutes Essen sagen. Über einen schönen Abend. Über fast alles. Genau deshalb steht er am Anfang dieses Songs – und gibt ihm den Titel.
Was dann folgt, ist eine Bewegung in drei Schritten. Erst das Glas Wein, das die Welt warm macht und die Sorgen leicht. Dann die Zigarette, ein Zug, zwei Zug. Dann die Frage, die niemand laut stellt: Was kommt, wenn der Rauch verweht? Jede Strophe endet mit einer Stimme, die einlädt – die Flasche lacht, die Schachtel flüstert, die Straße bietet an. Und jedes Mal antwortet der Refrain dagegen: „Ein Schritt zurück, ein Blick nach vorn – denn morgen fragt dich, was du heute gabst.“
Es gibt keine Moral am Schluss. Es gibt nur das Outro, und dort ist alles schon vorbei.
Zur Musik. Eine Klavierballade in Es-Dur, 68 BPM, aufrechtes Klavier mit viel Pedal, schlichte Dreiklänge, fast choralartig. Dass eine Dur-Tonart unter diesem Text steht, ist Absicht: Sie macht das Ende härter, als Moll es könnte. Zwischen dem letzten Refrain und dem Outro liegt eine lange Instrumentalpassage, in der die Band abbricht und das Tempo fällt. Dort vergehen die Jahre.
Zur Entstehung. Der Text ist von mir, die Musik ist mit einem KI-Musikgenerator entstanden. Das schreibe ich nicht als Fußnote, sondern weil es zur Sache gehört. Interessant war nämlich nicht das Klicken, sondern alles davor: Die KI versteht keine Noten. Sie versteht Beschreibungen. Wer eine bestimmte Klavierfarbe will, muss sie in Worte fassen können – Tonart, Tempo, Lage, Anschlag, Aufnahmesituation. Und wer eine Dramaturgie will, muss sie in der Struktur des Textes selbst anlegen: wo die Instrumente einsetzen, wo alles abbricht, wo die Zeit springt.
Das hat mich mehr über den Song gelehrt als jede Aufnahme davor. Man merkt sehr schnell, welche Stellen man selbst noch nicht verstanden hat – die KI setzt sie nämlich beliebig um.
Was die KI nicht geleistet hat: die Idee, den Text, die Auswahl. Von den erzeugten Fassungen war die Mehrzahl unbrauchbar. Die Entscheidung, welche es wird, bleibt eine musikalische, und die trifft kein Modell.
Text:
Noch ein bisschen mehr!
Es soll schmecken, ganz und gar, es soll mich verzaubern
Oh, so lecker, ich kann nicht widerstehen
Nicht zu wenig, das wär’ zu schade, lieber zu viel
Und dann noch ein bisschen mehr
Oh, wenn die Vernunft die Zügel hält, statt dass die Lust dich treibt
Ein Schritt zurück, ein Blick nach vorn – denn morgen fragt dich, was du heute gabst
Erst ein Glas, dann noch eins, rot, weiß – es schmeckt so fein
Die Welt wird warm, die Sorgen leicht
Doch die Flasche lacht: „Noch ein Schluck – wer zählt schon mit“
Oh, wenn die Vernunft die Zügel hält, statt dass die Lust dich treibt
Ein Schritt zurück, ein Blick nach vorn – denn morgen fragt dich, was du heute gabst
Dann die Zigarette, glimmt so sanft, ein Zug, zwei Zug – die Luft wird schwer
Der Rauch steigt auf, die Gedanken fliehn
Doch die Schachtel flüstert: „Zünd mich an“
Oh, wenn die Vernunft die Zügel hält, statt dass die Lust dich treibt
Ein Schritt zurück, ein Blick nach vorn – denn morgen fragt dich, was du heute gabst
Doch was kommt, wenn der Rauch verweht? Wenn Glas und Glut nicht mehr genügt?
Die Neugier fragt: „Was gibt’s noch mehr“
Die Straße flüstert: „Komm, ich zeig’s dir hier“
Oh, wenn die Vernunft die Zügel hält, statt dass die Lust dich treibt
Ein Schritt zurück, ein Blick nach vorn – denn morgen fragt dich, was du heute gabst
Jetzt sitzt sie da, die Jugend ist vorbei
Der Husten bleibt, der Atem geht nicht frei
Jeden Abend flüssiges Vergessen
Und die Jugend? Die zahlt man – irgendwann, irgendwie schwer
Rechte: © 2026 Stefan Kierek. Lied, Text und Bild sind meine kreative Schöpfung. Alle Rechte vorbehalten – eine Verwendung, Vervielfältigung oder Bearbeitung ist ohne meine Zustimmung nicht gestattet.
Der Liedtext wurde von mir selbst verfasst; Vertonung und Bild wurden mit KI-Werkzeugen nach meinen eigenen Vorgaben erstellt.